Con Spirito ...

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M.O.D.Erfolgsgeschichte

 

 

 

 

Manager und Leistungssystem - auf dem Prüfstand

 

 

  Unter Völkerverbindung zählt man so einiges. Auch, dass man voneinander lernen kann. Wie Manager damit umgehen mögen, erzählt uns die Erfolgsgeschichte, die beinah schon eigens spezifische Völkerweisheiten birgt.

 

Es war einmal ... vor langer Zeit ... in einer täuschend ähnlichen Galaxie ...

 

  "Wir werden es den Anderen schon zeigen!"

 ... Das sagte eine deutsche Kulturmanagementfirma und verabredete mit dem Mitbewerber aus Japan einen alljährlichen Ruderwettbewerb.

 

  Vor langer Zeit also, hatte diese deutsche Kulturmanagementfirma mit dem Pendantmanagement aus Japan vereinbart, dass jedes Jahr ein Wettrudern mit einem Achter auf der ehemligen Olympiaruderregattastrecke ausgetragen werden sollte. 

 

  Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchste Leistungsfähigkeit zu erreichen. 

 

  Als der große Tag des Wettkampfes endlich da war, waren beide Teams topfit! 

 

  Die Japaner gewannen mit einer Meile Vorsprung. 

 

  Nach dieser Niederlage war die deutsche Mannschaft sehr niedergeschlagen und die Moral auf dem Tiefpunkt.

 

  Das obere Management entschied, dass der Grund für diese vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden musste. Ein Projekt-Team in Form einer 12-köpfigen Problemlösungs-Findungskommission, wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und geeignete Maßnahmen zu empfehlen.  

 

  Die Untersuchung ergab:

  Das Problem war, dass bei den Japanern acht Leute ruderten und ein Mann steuerte. Im deutschen Team ruderte ein Mann und acht Leute steuerten. Das obere Management engagierte sofort eine Beratunsgfirma oder wie sie es bezeichneten, eine Consulting Company, um eine Studie über die Struktur des heimischen Teams anzufertigen. Nach Kosten in Millionenhöhe und einige Monate später, kamen die Berater zu folgendem Schluss:

  "Möglicherweise steuern zu viele Leute und es rudern zu wenige."

 

  Um einer neuerlichen Niederlage gegen die Japaner im darauffolgenden Jahr vorzubeugen, wurde die Teamstruktur daher wie folgt geändert:

  Es gibt jetzt vier Steuerleute, drei Obersteuerleute und einen Steuerungsdirektor. Ein Leistungsbewertungssystem wurde eingeführt, um dem Mann, der das Boot rudern sollte, mehr Ansporn zu geben, um sich noch mehr anzustrengen und Leistungsträger zu werden.

"Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortung geben! Damit sollte es gelingen!" 

 

  Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit zwei Meilen Vorsprung. Die deutsche Firma entließ den Ruderer wegen schlechter Leistung, verkaufte die Ruder und stoppte alle Investitionen in die Entwicklung eines neuen Bootes. 

 

  Der Beratungsfirma wurde eine lobende Anerkennung ausgesprochen. Das eingesparte Geld wurde als zusätzliche Bonuszahlung an das obere Management ausgeschüttet. 

 

 

© Julie Nezami-Tavi

 

 

 

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