Jennifer Rush

 

The Power of Voice

JENNIFER RUSH – das von ihren unzähligen Anhängern lang ersehnte Comeback des, mit u.a. dreifach(!) Platin ausgezeichneten, Weltstars.

 

Sie ist keine Sängerin, die einfach nur Funken schlägt, JENNIFER RUSH ENTFACHT FEUER.

 

Lange haben die unzähligen Fans der Rock-Pop-Ikone warten müssen. Nun ist sie endlich zurück. Mit einer fantastischen CD »NOW IS THE HOUR« hat sich Jennifer Rush zurückgemeldet. Ihre Stimme, geballte Kraft wie eh und je, einzigartig und in bester Verfassung wie einst, als sie mit »Power of Love« die Hitparaden weltweit erstürmte und sich ins Guinness Buch der Rekorde hinein sang.

 

  Auf ihrer Website ist nachzulesen, dass ihr Name für 3 Komponenten steht: »Stimme,

Haare und SPASS – vor und hinter der Bühne«. Diesen drei Aspekten muss ich dringend mindestens noch zwei Kriterien hinzufügen: TEMPERAMENT und ENERGIE!!

 

  Jennifer Rush, gebürtige Heidi Stern, ist eine einzigartige Sängerpersönlichkeit, die immer wieder die Grenzen der Rock-Pop-Musik mit neuer Faszination, mit Charisma, mit Stimmgewalt und mit einnehmendem Charme, mit Fleiß, vor allem aber auch mit außerordentlichen musikalischen Fähigkeiten erweitert. Auf und hinter der Bühne ist sie geballte Energie mit einer unglaublich kraftvollen, einmalig ausdrucksstarken Stimme und wohlklingendem Timbre.

 

  Jennifer Rush verbindet ihre klassische musikalische Herkunft und ihre Liebe zur modernen Popmusik mit einer überzeugenden Leidenschaft für künstlerisch unverwechselbare Gesangstechnik und gleichzeitige Vielfalt.

 

  Für ein paar Jahre hatte sie sich ins Privatleben zurückgezogen. Doch ihrer reinen souveränen Stimme ist keine Pause anzuhören. Und tatsächlich kann man es auch nicht als uneingeschränkte Pause betrachten – zumindest nicht als Pause von der Musik. Ihre Stimme, ihre ganze Erscheinung und ihr unverwechselbarer Stil prägen sich sofort ein.

 

  Mit ihrer traumhaft schönen Comeback CD »NOW IS THE HOUR« hat die begnadete Sängerin nahtlos an ihre glanzvolle Karriere angeknüpft. Einmal mehr ist ihr hiermit ein Album gelungen, das das haute-culture-Prädikat »Hochwertig« verdient. Akustische Töne begegnen Rhythmus und Ballade – die rhythmischen Songs fahren direkt in die Beine, die Balladen treffen unmittelbar ins Herz. Mit »NOW IS THE HOUR« gelingt es Jennifer Rush mit zutiefst melodischem Ausdruck, wohltuenden Pianoläufen, dezenten Discoklängen, der stilvollen Kunst ihrer ureigenen Balladenkraft, sich wie immer weit weg vom Mainstream aufzuhalten. Dabei lässt sie aber auch wirklich nichts anbrennen – ein makelloses Album – wer es sich angehört hat, betätigt hochzufrieden unweigerlich den Repeat-Knopf.

 

  Mit Leidenschaft und Ausdruck

 

  Jennifer Rush ist eine Rock-Pop-Ikone der internationalen Musikszene und auf den großen Bühnen ebenso gefragt wie in den unterschiedlichen Konzertsälen und im Plattenstudio.

 

  Hinter dieser grandiosen Stimme, ihrer ganzen Präsenz und dem weltweiten Erfolg verbirgt sich eine Frau, wie sie menschlicher nicht sein könnte. Außer ihrer enormen Charakterstärke weist sie alle soliden Kriterien auf, die einen Weltstar mit beiden Füßen auf dem Boden halten. Mit der Gründlichkeit einer Perfektionistin geht sie an ihre musikalischen Aufgaben heran und vergisst dabei nie, Mensch zu sein. Das kraftvolle Volumen ihrer ausdrucksstarken Stimme, hat sie zu einem Weltstar gemacht, der in Sachen Persönlichkeit seinesgleichen sucht.

 

  Jennifer Rush, deren glorreiche Stimme, deren eindrucksvoller Gesangsstil und deren uneingeschränkte Liebe zur Musik sie auf den Gipfel einer großen Karriere geführt haben, beweist als Privatperson einen außerordentlichen Sinn für Tiefgründigkeit und gesunde Nachdenklichkeit. Das Timbre ihrer außergewöhnlichen und einzigartigen Stimme ist nicht nur mit höchster Ausdrucksstärke versehen, sondern mit einem regelrecht sympathischen Klang ausgestattet. Sympathisch auch ihre Natürlichkeit, die pure Lebensfreude in ihrer Ausstrahlung, vor allem aber ihre unbedingte Bodenhaftung.

 

  Die Anfänge

 

  Redaktion: »Wie war es in deiner Kindheit? Erzähl uns bitte etwas von den Anfängen, von deiner Familie und wie du zur Musik gekommen bist.«

 

  Jennifer Rush: »Meine frühe Kindheit verbrachte ich in New York City, bei meinen Eltern, die beide auf dem Gebiet der Musik in der Tat extrem aktiv waren. Mein Vater, Opernsänger, Tenor an der New York City Opera, (unter anderem war er auch die Alternativbesetzung für Placido Domingo in »Samson und Dalila« an der Metropolitan Opera) und ein begnadet vollendeter Bildhauer. Meine Mutter, zu dieser Zeit viel beschäftigte Konzertpianistin, Sopranistin und zugleich Gesangslehrerin. Ich habe zwei ältere Brüder und als wir Kinder waren, war bereits klar, dass sie ihr Leben in der darstellenden Kunst verbringen würden. Bobby, der älteste, ist Saxofonist, Lehrer, Buchautor (er schrieb u.a. ein Buch über Improvisationstheorie) und Stephen ist Gitarrist, Sänger und Songwriter. Ich habe ebenfalls Musik studiert und ging hierfür auf die Julliard School of Music, um Geige zu studieren. Zudem studierte ich Klavier und Tanz. Ich hatte jedoch nicht das geringste Interesse an einem dieser Instrumente. Mir wurde bescheinigt, dass ich Talent hätte, ohne jedoch die rechte Leidenschaft dafür aufbringen zu können.

 

  Nachdem meine Eltern Jahre lang versucht hatten, mich anzuspornen, ich aber so gar keine Leidenschaft hierfür gewinnen konnte, bekam ich die Erlaubnis, den Instrumentenunterricht aufzugeben. Für mich bedeutete dies eine riesige Erleichterung. Interessant war für mich, dass ich als das jüngste Kind in einer Familie, in der so enorm viel um mich herum stattfand – in unserer Wohnung wurde Gesangsunterricht erteilt, Stimmschulung aller Art, Eltern, die ihre Bühnenauftritte organisierten bzw. sich darauf vorbereiten mussten, zwei Brüder, die permanent auf ihren Instrumenten praktizierten, – das alles sprach dafür, zu behaupten, dass ich die Ruhige in der Familie sein würde. Es gab so unheimlich viel Aktivität, die sich rund herum bei uns abspielte! Ich verbrachte meine freie Zeit derweil ganz ruhig mit Schreiben. Ich schrieb Poesie, Magazine, was sich für mich eines Tages, als ich mit dem eigentlichen Singen anfing, als äußerst zweckdienlich erweisen sollte.

 

  Als ich ein Teenager war, hatte mein Vater ein Demoband anfertigen lassen, auf dem ich drei Lieder sang, jedoch keines von denen, die ich geschrieben hatte. Zu dieser Zeit war ihm nicht bewusst, dass ich einen heimlichen Meisterplan geschmiedet hatte – ich würde meine Stimme als Mittel zum Zweck nutzen, um einen Vertrag als Songwriter zu erhalten. Was in der Tat mein erster Vertrag mit CBS beinhaltete – es war ein Vertrag mit deren angeschlossenem Verlag. Als junger Mensch hatte ich die Vision, dass ich Songs schreibe. Meine Mutter erinnert sich daran, dass ich fortwährend singend durch das Haus lief, dennoch wollte ich nie in die Gesangsstunden involviert sein, von denen so viele bei uns zuhause stattfanden. Ich sah so unendlich viele kommen, um Gesangsstunden zu nehmen. Schon allein die reine Vielzahl an Studenten, aber auch die unterschiedlichen Studententypen. Es waren professionelle Sänger, die kamen, NACHDEM meine Familie nach Deutschland gezogen war. Sänger, die aus New York City eingeflogen waren, um für die äußerst wenigen freien Stellen vorzusingen – das alles hat einen ziemlich großen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich wollte keinesfalls in eine Branche involviert werden, die mich enttäuscht, möglicherweise sogar ziemlich verbittert zurücklassen würde.

 

  Man kann eine Leidenschaft besitzen – eigentlich sogar viele Leidenschaften – ich wollte meine Leidenschaft am richtigen Platz wissen und ebenso sicherstellen, dass meine Ambitionen richtig platziert waren.«

 

Kein Fegefeuer der Eitelkeiten

 

Jennifer Rush ist ein Gefühlsmensch und ebenso ein Kopfmensch. Sie weiß, was sie will und lässt sich trotz andauerndem Starruhm nicht von den Oberflächlichkeiten der Musikindustrie verleiten. Die charismatische Sängerin ist enorm tiefgründig in ihrem Gedankengut und in ihrem Handeln, weswegen sie sich nicht vom vergänglichen Treiben an der schnelllebigen Oberfläche der Eitelkeiten mitreißen lässt. Ihre Standfestigkeit erhält sie unter anderem von einer höchst gesunden Bodenhaftung. Das heißt sie steht mit beiden Beinen im Leben, beide Füße sind stets fest auf dem Boden geblieben. Auch nach zahlreichen Auszeichnungen, von Gold bis dreifach Platin, mehr als 30 Millionen verkauften Tonträgern, Tourneen mit 250 000 Zuschauern und stets ausverkauften Konzertsälen, ist Jennifer Rush nie auch nur einen Millimeter vom Boden abgehoben.

 

  Außer dieser Standfestigkeit ist sie auch noch von solch einnehmend liebenswertem Wesen, dass es einfach pures Vergnügen ist, Jennifer Rush zu begegnen. Ihre Freude versprühenden Lebensgeister wirken ansteckend, so dass es unmöglich ist, in ihrer Gegenwart in schlechte Stimmung zu verfallen. Selbst in mir ausgemachtem Stimmungsmuffel erwachte so etwas wie gute Laune, im Gespräch mit der begnadeten Popsängerin. Freude ist auch das, was sie bringen möchte, mit der Kraft der Musik, mit ihren Liedern, mit ihrer Stimme, mit ihrer ganzen Erscheinung. Keine statischen Auftritte, sie geht auf das Publikum zu, mischt sich unters Volk, sie ist eine von ihnen – trotz Erfolg immer geblieben. Das macht sie so ausgesprochen beliebt, einfach bei jedermann. Wo immer man herumschaut, es gibt nur Gutes über sie zu hören.

 

  The power of audiences

 

  Um die Kraft des Publikums zu unterstreichen, erzähle ich immer wieder gerne die Geschichte, die aufzeigt, wie die Willensstärke der Zuhörerschaft sich durchsetzt, wenn es darum geht, den Publikumsliebling, Jennifer Rush, noch für ein paar Minuten länger zu genießen. Da setzt man sich dann auch schon mal über Regeln und Ordnungsparagrafen hinweg.

  

  Ich hatte die Freude, mich in Würzburg anlässlich einer großen AIDS Benefiz Gala unter die Zuschauer mischen zu können. Als ich meinungsinteressiert durch die wartende Menge wanderte, kam mir immer wieder ein Name zu Ohren: Jennifer Rush. Es fiel auf, dass trotz eines großen Staraufgebots, das besondere Interesse darin lag, ENDLICH wieder oder auch zum ersten Mal Jennifer Rush live zu erleben. Die Geduld des Publikums war gefragt, denn erst zu vorgerückter Stunde kam die inniglich ersehnte Ansage. Jennifer Rush betrat die Bühne unter freiem Himmel und was folgte, war ein himmlisch perfekter Auftritt. Wie gewohnt präsentierte sie die große Spannweite ihrer voluminösen Stimme, das breite Spektrum ihrer Ausdruckskraft, die Reinheit ihrer glanzvollen Phrasierung und die prächtige Substanz ihrer seelenvollen Gesangsdarbietung.

 

  Mit einer vollendeten Musikalität, die ihresgleichen sucht, gab sie drei ihrer melodiösen Erfolgssongs zum Besten. Da es sich um eine Open-Air-Veranstaltung handelte, die rechtzeitig enden musste, hatte der Veranstalter für seinen Stargast lediglich drei Lieder vorgesehen, die Rechnung jedoch ohne das Publikum gemacht. Der Moderator versuchte mehrmals zu betonen, dass die vorgerückte Stunde keinen weiteren Liedbeitrag zuließ, da das zeitliche Ende der Veranstaltung bereits gnadenlos näher gerückt war und die Gesetze Musikpräsentation unter freiem Himmel nur bis zu einer bestimmten Stunde zuließen. Gesetze hin, Gesetze her, Regel hier, Regeln dort – das Publikum wollte es anders. Was nun folgte, war ein Proteststurm, wie ich ihn noch nicht erlebt hatte. Die Zuschauer forderten lauthals ihre Zugabe. Obgleich der Ansager sich lange Zeit nicht erweichen lassen wollte, musste er sich letzten Endes dem Willen des Publikums fügen. Es war ein wunderbares Beispiel, wie Musikliebhaber letztendlich ihr Recht durchsetzen. Jennifer Rush wurde erneut auf die Bühne gerufen und durfte trotz vorgerückter Stunde ihre Zugabe geben – zur vollen Zufriedenheit des Publikums. Es war wirklich beeindruckend, sie zu erleben, aber auch zu erfahren, wie tief ersehnt ihr Auftreten vom Publikum wahrgenommen wird. Überall, wo Jennifer Rush auftritt, wird sie frenetisch gefeiert – Genuss pur!

 

  Würzburg war auch eines jener unzähligen Beispiele, bei dem Jennifer Rush einmal mehr unter Beweis stellte, wie leidenschaftlich sie sich ihrer musikalischen Arbeit widmet. Hatte sie am Abend zuvor noch einen bravourösen Auftritt in Berlin gemeistert, so war sie nunmehr über Nacht per Auto angereist, um an diesem Tag in Würzburg jene großartige Darbietung zu präsentieren, ohne nach dieser höchst anstrengenden Anreise auch nur eine Spur von Müdigkeit zu offenbaren. Wie gesagt, es war ein wahres Erlebnis.

 

  Erfolgsverwöhnt und so gar nicht verwöhnt

 

  Jennifer Rush erfreut sich nicht nur als Sängerin und Entertainerin höchster Beliebtheit, auch als Komponistin und Texterin wird sie in der Fachwelt hoch geschätzt. So war sie unter anderem auch am Welthit »Power of Love« als Songschreiberin beteiligt. Die Ballade wurde mehrfach nachgesungen, unter anderem von Celine Dion. Zugegeben, Celine Dion ist eine großartige Sängerin, aber mal ganz ehrlich, ihre Version kam bei weitem nicht an das von Jennifer Rush EINZIGARTIG gesungene Original heran.

 

  Jennifer Rushs herausragende Karriere hat sie auf den Gipfel des Weltruhmes katapultiert und dort oben genießt sie bis heute fortwährende, ungebrochene Popularität. Weit über 30 Millionen verkaufte Tonträger sprechen eine Sprache für sich. Sie wurde mit mehr als 50 Edelmetall-Auszeichnungen und zahlreichen anderen internationalen Preisen und Ehrungen gekürt. Doch all der Starruhm, dieser Glanz und Glamour konnte nichts an der Tatsache ändern, dass sie ein ungemein liebenswerter Mensch geblieben ist und mit ihrer sympathisch natürlichen Wesensart einfach jeden für sich einzunehmen vermag.

 

  Redaktion: »Jennifer, deine Karriere begann in Deutschland, hier hast du deinen ersten Vertrag unterschrieben, von hier aus startend hast du Weltruhm erlangt. Für eine Amerikanerin eher ungewöhnlich, oder?«

 

  Jennifer Rush: »Der Grund, warum ich als Amerikanerin meinen ersten Vertrag bei einem deutschen Plattenlabel unterzeichnete, liegt darin, dass es zum Realitätsbewusstsein meiner Familie, die alle international erfolgreiche Darsteller waren, gehörte, zu wissen, dass dies auch ein großartiges Pflaster war, um sich nach einem entsprechenden Tonträgerlabel umzusehen. Mein Vater war zu der Zeit am Düsseldorfer Opernhaus engagiert, daher war es Deutschland, von wo aus er Demobänder versandte. Es spielte in unserem Denken keine Rolle, ob es nun eine Firma war, die ihren Sitz in den USA hatte, denn natürlich ist Musik etwas Internationales. So war es schon immer und so wird es immer sein. Zu unserer Art und Weise des Denkens und zu unserem Lebensstil zählt auch, dass wir von einem Land ins andere zogen – das erscheint uns ausgesprochen logisch!

 

  Als ich dann erstmal meine allererste Platte aufgenommen hatte und sie auf den Markt kam, war es ein Riesenerfolg in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Es wurde millionenfach verkauft, daher war der nächste Schritt natürlicherweise erfolgsmäßig zu expandieren und der logische Schritt hierbei war freilich, nach England zu gehen. Von München kommend flog ich also nach England, um mich mit den entsprechenden Leuten vom dortigen Plattenlabel zu treffen. Und sie brachten „Power of Love“ heraus.«

 

  Stress, Strapazen, vor allem aber Spaß!

 

  Jennifer Rush ist nicht die Sängerin, die sich über die Strapazen, die weite Konzertreisen zwangsläufig mit sich bringen, beklagt. Alles, was sie in ihrer Karriere macht, tut sie mit Freude und Spaß und auch wenn dies mit viel Stress und großem Energieaufwand verbunden ist, kommt sie erst gar nicht auf die Idee, sich darüber negativ zu äußern.

 

  Redaktion: »Gab es auch in irgendeiner Weise nachteilige Aspekte für dich, in Bezug darauf, dass du als mit Sicherheit heimatverbundene Amerikanerin musikalisch und überhaupt in Deutschland aufgewachsen bist, bevor du international solch außerordentlichen Erfolg hattest? Hast du da irgendetwas verspürt, was du lieber anders gehabt hättest?«

 

  Jennifer Rush: »Natürlich sind die Leute, das Publikum in jedem Land dieselben wunderbaren Menschen. Dass ich eine Künstlerin bin, die in Deutschland groß geworden und hier ihren Karrierestart hatte, hat niemanden und nirgends auch nur im Geringsten gestört. Da ich es schon immer geliebt habe, zu reisen und Menschen zu treffen, liebe ich es auch immer wieder, andere Länder zu besuchen und niemals habe ich dabei Heimweh empfunden. Das ist so, weil ich das, was ich tat und immer noch tue, stets geliebt habe! Ich fühle mich ausgesprochen wohl damit, zu reisen und anderswo aufzutreten. Und natürlich ist es genauso wie bei jedem anderen Menschen auch bei mir so, dass ich Zeit für mich selbst brauche und ich bin vollkommen zufrieden und glücklich damit, mir diese Zeit zu nehmen, egal in welchem Land ich mich gerade befinde!

 

  Natürlich war es zu Anfang ungewöhnlich für all die anderen Märkte, festzustellen, dass ich als Amerikanerin einem deutschen Plattenlabel angehörte, aber es machte nicht den geringsten Unterschied – weder musikalisch noch in der öffentlichen Meinung. Ich war stolz auf das, was ich bis dahin erreicht hatte, auf meine Leistungen und ebenso auf das deutsche Plattenlabel und die Leute, die beim deutschen Label arbeiteten und die mich stets unterstützt hatten.

 

  Da »Power of Love« so ein riesiger Erfolg in England war, (ich war, wie gesagt, bereits vorher recht erfolgreich in Deutschland, Österreich und in der Schweiz), hat dies für mich als Künstlerin so viele Türen geöffnet. Es hat mir ermöglicht, mit anderen Produzenten zu arbeiten, als Sängerin zusammen mit anderen Künstlern Lieder zu schreiben und natürlich Duette zu singen, mit einigen der fantastischsten Sänger.«

 

  Redaktion: »In der Tat kann man nicht anders als beeindruckt den Hut zu ziehen, wenn man die Liste deiner Duettpartner betrachtet. Welche Erinnerungen hast du an die gemeinsame Arbeit?«

 

  Jennifer Rush: »Mein erstes Duett war mit Elton John und für mich war das sehr aufregend. Er kam deswegen sogar extra nach Deutschland gereist, um das Duett zusammen mit mir bei einer Fernsehsendung zu singen, was zu dieser Zeit eine ziemliche Ehre war. Michael Bolton habe ich zu der Zeit kennengelernt, als ich 1986 nach New York City zurückgezogen war. Ich verbrachte unendlich viel Zeit in Deutschland und Europa, habe jedoch die Heimatbasis meiner Tätigkeiten nach New York City zurückverlegt. Als ein Produzent mich anrief, mit der Idee, ich solle ein Duett mit Placido Domingo singen, stieß das auf große Aufregung meinerseits. In den damaligen Tagen war es noch ein bisschen ungewöhnlich für einen Popsänger zusammen mit einem Opernsänger zu singen.

 

  Wie auch immer, da ich in einer Welt mit klassisch trainierten Eltern aufgewachsen bin und in der damit verbundenen Gemeinschaft, wusste ich bereits, dass die Arbeit mit Placido Spaß machen würde. Und ich wusste auch, dass die Auffassung, klassisch trainierte Künstler seien sehr „snobistisch“ veranlagt, eine vollkommen verkehrte Vorstellung war. Zu diesem Zeitpunkt stand selbst das Plattenlabel dem Ganzen eher skeptisch gegenüber, aber das war etwas, was ich wirklich absolut gerne tun wollte.

 

  Ich sang auch mit José Carreras, ein weiterer großzügiger Sänger und ein äußerst zuvorkommender, freundlicher Mann! Brian May von Queen, wiederum ein Sänger, der extra nach Deutschland flog, um mit mir zusammen zu singen und um auf einem meiner Alben, den Gitarrenpart zu übernehmen. Ich habe es immer geliebt, mit anderen Künstlern zusammen zu arbeiten, egal ob es sich um eine gesangliche Zusammenarbeit handelt, ob es um das Songschreiben geht oder um irgendetwas anderes in Bezug auf die Musik. Es ist immer ein mordsmäßiger Spaß, mit anderen Künstlern zusammen zu arbeiten.«

 

  Redaktion: »Im Gespräch mit spanischen Muttersprachlern habe ich erfahren, dass du über eine exzellente spanische Aussprache verfügst. Meine Freunde spanisch sprechender Herkunft sind geradezu begeistert von deinen spanischen Ausdrucksmöglichkeiten. Wie hast du dir so einwandfreie Sprachkenntnisse angeeignet?«

 

  Jennifer Rush: »Ich habe den Klang der spanischen Sprache immer geliebt. Als ich mit den Aufnahmen anfing, ist das Verlagslabel der spanischen Division an mich herangetreten, mit der Anfrage, ob ich in Spanisch singen würde. Zuvor war ich bereits in Spanien gewesen und bin dort sehr, sehr oft im Fernsehen aufgetreten. Allerdings habe ich da noch in Englisch gesungen. Daher war ich mittlerweile voll konzentrierter Aufregung, nun tatsächlich auch in Spanisch zu singen. Ich nahm Spanisch-Unterricht, schaute mir spanisches Fernsehen an und tauchte mit vollständiger Vertiefung in die Sprache ein. In Spanisch zu singen, bedeutet eine vollkommen andere Art sich auszudrücken, als dies im Englischen der Fall ist, das heißt man gibt eine völlig andere Art des Ausdrucks wieder, als beim Singen in Englisch. Ich habe sehr viele spanisch sprechende Freunde, so dass es ausgesprochen leicht für mich war, die Sprache zu praktizieren. Auf allen CD’s meiner bisherigen Karriere sind jedes Mal 3-4 Versionen dabei, die in spanischer Sprache gesungen werden, speziell für die spanisch sprechende Bevölkerung, die es überall auf der Welt gibt. Das habe ich beibehalten.«

 

  Redaktion: »Du hast auch schon in Deutsch gesungen?!«

 

  Jennifer Rush: „Disney Produktionen sind mit der Anfrage auf mich zugekommen, ob ich aus »Pocahontas« »Das Farbenspiel des Windes« singen würde. Zuerst war ich sehr skeptisch darüber in Deutsch zu singen, da es für mich eine eher schwer zu singende Sprache ist und obendrein spreche ich die Sprache mit Akzent. Ich war allerdings überzeugt, es zu tun, nachdem ich den Text zu »Farbenspiel« erhalten hatte. Ich fand die Textzeilen so unglaublich schön und inspirierend, dass ich entschied, den Song zu machen und in der Tat singe ich das Lied zuweilen auch heute noch, anlässlich verschiedener Konzertgastspiele in Deutschland.«

 

  Geprägt und bereichert – zeitlose Kunst

 

Der Verlauf ihrer Karriere weist eine Beständigkeit sondergleichen auf. Dabei hat Jennifer Rush Meilensteine gesetzt, die für immer Musikgeschichte schrieben. Bereits mehr als zwei Jahrzehnte lang gelten ihre Songs als zeitlose Dauerbrenner, die sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit erfreuen. Jennifer Rush hat die Popmusik der letzten 20 Jahre wesentlich geprägt, vor allem aber hat sie sie mit ihren Songs und ihrer Stimme bereichert.

 

 

Biografisches

 

  Geboren und aufgewachsen in New York City unterzeichnet sie ihren ersten Plattenvertrag mit dem deutschen Tonträgerlabel CBS. Noch in der ersten Hälfte der 80er Jahre hält in Europa sowohl Fachwelt als auch Publikum den Atem an, als die junge Amerikanerin Jennifer Rush mit Singles wie »25 Lovers« und »Ring of Ice« als neuer Stern am Pophimmel aufgeht und dort bis heute mit unverminderter Helligkeit erstrahlt. Europaweit erscheint 1984 ihr Debütalbum »Jennifer Rush«.

 

  Auf diesem Album befindet sich neben zahlreichen anderen Hitsingles auch die wunderbare Rockballade »Power of Love«, mit der sie weltweit die Popmusik revolutioniert. Weltweite Nr. 1 Platzierungen in den Pop-Charts krönen ihren Erfolg. „Power of Love“ setzt sich an die Spitze der internationalen Hitparaden, von Lateinamerika über Südafrika bis hoch nach Skandinavien. Ebenso führt die exklusiv in Spanisch gesungene Version die Singlecharts in den spanisch sprechenden Ländern an.

 

  Mehr als zwanzig Länder dieser Erde spüren fortan die »Kraft der Liebe« und zelebrieren diese in der Popmusik, in Form einer unendlich schönen Ballade. 50 Wochen in den englischen Charts, davon 5 Wochen auf Platz 1, brachte Jennifer Rush gar den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. 50(!) Wochen, das ist ein ganzes Jahr lang(!), befindet sich »Power of Love« in den englischen Charts, davon führt er die britischen Hitlisten besagte 5 Wochen lang an: mit diesem Dauerbrenner gelingt Jennifer Rush der Sprung ins Guinness Buch der Rekorde und zwar mit dem Eintrag der »meist verkauften Single einer Solo-Künstlerin in der Geschichte der britischen Musikindustrie«.

 

  Erfolge, Nr. 1 Platzierungen und weitere Zahlen

 

  Doch damit nicht genug. Ein Hit sollte fortan den anderen jagen. Es folgt die brillante Hit-Single »Destiny« – ein weiterer Mega-Erfolg. Und nicht nur bei den Singles, auch bei den Alben überschlagen sich die Erfolgszahlen rekordverdächtig. Noch während ihr Debütalbum »Jennifer Rush« auf Platz 3 der deutschen Albumcharts rangiert, prescht ihr Nachfolgealbum »Movin« auf Platz 1.

 

  Das heißt, 1985 besetzt sie mit zwei Alben zeitgleich Platz 1 und Platz 3 der deutschen Albumhitlisten. 1986 avanciert »Movin« gar zum meistverkauften Album des Jahres, während es 70(!!) Wochen unter den Top 75 verweilt. Zur selben Zeit erobert die Single »Destiny« die Top 10 Listen in Europa und auf der ganzen Welt. Zwei DREIFACHPLATIN-ALBEN krönen diese Serien, um dann gleich wieder vom nächsten Erfolg übertroffen zu werden. 1987 erscheint »Heart over Mind« und binnen kürzester Zeit steht auch dieser Song auf Platz 1 der Charts in fast ganz Europa. Allein in Deutschland verkauft sich die Single über 1,5 Millionen Mal. Die darauf folgende Europatournee »Heart over Mind in Concert« folgerichtig restlos ausverkauft!

 

  Als nächstes wartet Jennifer Rush mit einem Duett der Superlative auf: Zusammen mit Elton John singt sie »Flames of Paradise«. Unnötig zu erwähnen, wie rasch dieses Duett die Hitparaden im Sturm nimmt. 1988, das vierte Album »Passion«, das unter anderem ein Duett mit einem weiteren Superstar enthält: Michael Bolton. 1989, das nächste Album »Wings of Desire«, auf dem auch die Hitsingle »Higher Ground« zu entdecken ist. Beide Alben, »Passion« und »Wings of Desire« finden sich selbstverständlich in den Top 10 der Alben-Charts wieder und wiederum wird Jennifer Rush weltweit mit Gold- und Platinauszeichnungen belohnt. Nicht zu vergessen, dass sie zeitgleich mit exklusiv in Spanisch gesungenen Versionen den spanischen Markt beherrscht. »Till I loved you« heißt das Duett, bei dem sie sich 1989 mit Opernstar Placido Domingo zusammenfindet.

 

  Zu dieser Zeit ist die Mischung Pop- und Klassikstimme ein absolutes Novum, das zu sensationellem Erfolg führt und vor allem in Großbritannien, aber auch sonst überall auf der Welt auf immense Anerkennung und Enthusiasmus stößt. Einmal mehr wird klar, dass Jennifer Rush zu den populärsten Sängerinnen der gesamten Musikindustrie zählt und bei ihrer Plattenfirma erreicht sie gar den Status der erfolgreichsten Solokünstlerin überhaupt.

 

  Der Beginn der 90er Jahre bringt eine neue Ära für den sympathischen Weltstar Jennifer Rush. Wobei sie mit dem Wechsel des Plattenlabels und ihrem neuen Album »Jennifer Rush« 1992 nahtlos an die Erfolge der 80er Jahre anknüpft. Kritiker und Publikum sind gleichermaßen hellauf begeistert.

 

  Ebenso unvermindert ihre Beliebtheit auf dem spanischen Markt. Vier spanische Albumtracks werden hier inbrünstig bejubelt. 1995 folgt das Album »Out of my Hands«, das zu ihrem erfolgreichsten Werk der 90er Jahre werden soll. Hierauf findet sich unter anderem die wunderschöne Ballade »Tears in the Rain«, mit der sie einen weiteren Markstein in der Musikgeschichte bedeutender, zeitloser Balladen setzt. Zudem enthält das Album auch noch ein weiteres Duett. Diesmal mit Brian May, Mitglied der Gruppe Queen. Mit der hymnenartigen Frage »Who wants to live forever« setzen Jennifer Rush und Brian May einen weiteren unvergesslichen Akzent. Es folgt das »Farbenspiel des Windes« aus Disneys »Pocahontas« und hierfür singt Jennifer Rush in deutscher Sprache.

 

  Mit welch heller Begeisterung dies vom deutschen Publikum aufgenommen wird, muss ebenfalls kaum erwähnt werden. Ihr achtes Studioalbum »Credo« erscheint 1997, auf dem fantastische Arrangements mit Afro- und Gospelchören neuerlich für europaweite Beachtung sorgen. 1998 erscheinen ihre »Classics«. Abermals geht sie damit auf Tournee und nimmt das Publikum im Sturm. Frenetisch gefeiert vermag es Jennifer Rush bei ihren Live-Auftritten die Zuschauer allesamt in ihren Bann zu ziehen. Keiner entkommt ihrem Lebensfreude versprühenden Charme, ihrer Ausstrahlung und der Wirkung ihrer einzigartigen Stimme.

 

  Nach dieser bombastischen Erfolgstournee zieht sich Jennifer Rush zunächst ins Privatleben zurück, nimmt sich eine familiäre Auszeit, um sich vollständig dem Aufwachsen und der Erziehung ihrer Tochter widmen zu können. Der Rückzug ins Familienleben bedeutet jedoch keineswegs eine Auszeit von der Musik. Regelmäßig ist sie weiterhin Stargast bei Galaveranstaltungen.

 

  Zahlreiche Live-Auftritte auf etlichen Showbühnen sowie in Fernsehstudios machen ein vollständiges Fernbleiben vom Musikgeschehen so gut wie unmöglich. Zusammen mit ihrer Tochter verlegt Jennifer Rush im Sommer 2006 ihren Wohnsitz nach London, wo sie bereits erste Vorbereitungen für ein neues Album trifft.

 

  2010, zwischenzeitlich wieder in New York City residierend, erscheint das von ihrer treuen, unendlich großen Fangemeindelang ersehnte neue Album: »NOW IS THE HOUR«. Ein unglaublich melodiöses Prachtstück an größtenteils rhythmischer, zum Teil balladenhafter, tief greifend solider Popmusik.

 

  Der Titelsong »Now is the hour (where my heart lives)« ist abermals eine wahrhaft zu Herzen gehende, traumhaft schöne Ballade, die das Zeug zum neuerlichen Welthit hat. Der kunstvolle Ausdruck dieser Gesangsdarbietung vermittelt pure Poesie. Mit der außergewöhnlichen Sinnlichkeit ihrer einzigartigen Stimme phrasiert Jennifer Rush die Songs ihrer neuen CD allesamt zu herausragenden, musikalischen Glanzstücken.

 

  Mit »Windows« öffnet sie das Fenster zu ihrer Seele ebenso wie das zur Seele ihrer Bewunderer, wobei nicht nur das durchgehend rhythmische »Down on my knees« den Zuhörer ehrfurchtsvoll auf die Knie fallen lässt. Die große Spannweite ihres Stimmvolumens beweist sie einmal mehr in dem langsam gehaltenen Song »I never asked for an angel« und ebenso in den anderen substanzstarken Liedern wie »Like I would for you« und »Before the dawn«. Was für eine steil herausragende Balladensängerin Jennifer Rush ist, ist hinlänglich bekannt. Dennoch oder gerade deshalb kann man einfach nicht genug von ihrer Gesangskunst kriegen. Zwei weitere Prunkstücke dieser Art, »Ain’t loved you long enough« und »Still«, beschließen Jennifer Rushs fantastische CD »NOW IS THE HOUR«.

 

The Power of Music

 

  Redaktion: »Kannst du kulturelle Unterschiede feststellen, wenn du vor Publikum aus so vielen unterschiedlichen Ländern auftrittst?«

 

  Jennifer Rush: »Es gibt für mich immer geringfügig kleine Unterschiede in Sachen Publikum, die von Land zu Land differieren. Und auch von Stadt zu Stadt innerhalb eines jeden Landes! Während meiner bisherigen Karriere war es immer der Fall gewesen, dass ich für verschiedene Publikumsarten singe, die in ihrer Eigenschaft als gegensätzlich beschrieben werden können. Einige Zuschauergruppierungen sind äußerst elegant gekleidet und dann gibt es andere, die weitaus alltäglicher angezogen sind. Es ist absolut großartig, in allen unterschiedlichen Arten von Gastspielstätten zu singen. Es gab bislang Tourneen, da sang ich für insgesamt mehr als 250.000 Leute und andere, da waren es 9.000. Und natürlich auch viele, wo es eine viel kleinere Zuschaueranzahl gab.

 

  Einige sind in Konzertsälen, welche extrem elegant sind und dann gibt es andere, wo es weitaus relaxter zugeht. Was ich festgestellt habe, ist, dass Menschen immer Menschen sind – es ist der menschliche Aspekt, der zählt. Und es macht überhaupt keinen Unterschied, denn das einzige, das dabei für uns wirklich Gewicht hat, ist die Musik. Es ist immer eine Freude zu erleben, dass gleichgültig wie jemand gekleidet sein mag oder welchen Hintergrund das Publikum aufweist, die Musik wird immer und überall akzeptiert und man erfreut sich daran. Man steht als darbietender Künstler dieser Tatsache mit viel Demut gegenüber, für einen Künstler ist es extrem befriedigend, dazu befähigt und auch dazu in der Lage zu sein, den Menschen Freude zu bringen.«

                                                                                                                                        Dem ist nichts hinzuzufügen!

© Text: Julie Nezami-Tavi

 

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